LebensArt - Expedition zu den Erinnerungen am Fredenberg

Salzgitter – Fredenberg, mit fast 10.000 Einwohnern der drittgrößte  Wohnbereich Salzgitters ist ein bunter, multikultureller Lebensbereich. Menschen aus unterschiedlichsten kulturellen Zusammenhängen leben hier eng beieinander. Sie alle eint der gemeinsame Alltag, der Rückzug ins Familiäre, die Treffpunkte in Schule, Kindergarten oder Einkaufszentrum. Das Fredenberg Forum versucht verstärkt in den seit 2004 gemeinsam mit dem Stadtbüro durchgeführten großen Stadtteilprojekten das Zusammenleben der Kulturen zu fördern.

Mit der Stärkung der vorhandenen Netzwerke sollen Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund erreicht werden, um ihnen eine gemeinsame Plattform zum gegenseitigen kulturellen Austausch zu ermöglichen. Die Menschen mit ihren ganz unterschiedlichen Lebensentwürfen  sollen ermuntert werden, sich  aktiv an der Gestaltung des Gemeinwesens Fredenberg  zu beteiligen.

Dieses Ziel verfolgte auch das Projekt LebensArt!

Ausgehend von der Erkenntnis, dass Kulturen ohne kollektives Gedächtnis genau so wenig überlebensfähig sind  wie das einzelne Individuum ohne seine persönlichen Erinnerungen wollte dieses Projekt persönliche Erinnerungen als künstlerische Ressource begreifen. Lebens-Kunst entwickelt jeder Mensch aus einem Fundus an lebendigen Erfahrungen und Erinnerungen. Hier wollte das Projekt ansetzen und Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Lebenszusammenhängen zusammen bringen. Was hat der Einzelne aus seinen Erfahrungen im Alltag gelernt, welche Erinnerungen haben sich ihm eingebrannt und ihn geformt? Eine spannende Ausgangslage, um die Kunst des Lebens mit der Kunst im Leben zu vermitteln. Bewohner/innen unterschiedlichen Alters und ganz unterschiedlicher kultureller Herkunft begaben sich auf die Suche nach ihren Erinnerungen. Sie waren das Rohmaterial, die zu gestaltende Kraft, die für ein lebendiges Zusammenleben von Menschen im Stadtteil eingesetzt werden sollte.

 Daraus entstandene Exponate wie Malereien, Graffitis, Fotos,  Filme, Bilder, aber auch Geschichten oder theatralische Umsetzungen zeigten die Erinnerungen aus ganz verschiedenen Lebensphasen, Kulturkreisen und Lebensformen als eine Chance des bereichernden Miteinanders auf. Die Produktionen sollten Impulse für eine nachhaltige Stadtteilkulturarbeit setzen.

 Davon überzeugten sich auf den beiden Expeditionen am 20. und 21.06.12  zahlreiche Bewohner/innen und Gäste außerhalb Fredenbergs. Der künstlerische Parcours ging dabei mit Bus, Fahrrad und zu Fuß quer durch den Fredenberg, um alle „Orte der Erinnerung“ aufzusuchen und in eine kulturelle Auseinandersetzung einzutreten.

 Alle Ergebnisse werden von 2 Fotogruppen dokumentiert und in einer abschließenden Ausstellung zusammengefasst, die ab Herbst 2012  außerhalb Fredenbergs gezeigt werden soll.